
Georg Herwegh
Fragment ohne Titel 1844
Da zog sich der König in Jammer und Graus
Die Krone wohl über die Ohren,
Denn gehen nicht alle die Weber nach Haus
So ist's auch mit den Königen aus —
Und geriet in großen Zoren.
Wir brauchen die Weber sicherlich
Hier unten u[nd] dort oben,
Herr J[esus] C[hristus] erhöre mich,
Sie haben ja auch ein Röcklein für dich
Zu Trier der Stadt gewoben.
Wir brauchen die Weber — Potz saperlott,
Wer wollt' uns denn Hosen geben?
Erhör mich, lieber Herre Gott,
Und mach uns nicht alle sansculott,
Laß weben o Himmel, laß weben!
Erhört mich ihr guten Weberlein,
Ich schick' euch meine Profosen.*
Ihr sollt w[eder] hungrig noch durstig sein,
Trinkt Wasser aus meinem freien Rhein,
Dazu freßt die Franzosen.
Sie haben gewoben bei Tag und bei Nacht,
Und haben am Morgen Revolte gemacht,
Und am selben Mittag
* Stockmeister.