Weberaufstand 1844

Vom 3. bis 6. Juni 1844 revoltieren die schle­sis­chen Weber in Lan­gen­bielau und Peter­swal­dau. Bis heute ist das umfan­gre­iche zeit­genös­sis­che Akten­ma­te­r­ial zum Auf­s­tand nicht voll­ständig aus­gew­ertet, ins­beson­dere das umfan­gre­iche Mate­r­ial den Prozess gegen die auf­ständis­chen Weber betr­e­f­fend. Derzeit wer­den die Akten tran­skri­biert und anschließend auf dieser Home­page unter der Rubrik “Gericht­sak­ten” veröf­fentlicht. Damit ist nicht vor Ende 2013 zu rechnen.

Die Rubriken “Weber­auf­s­tand 1844″ und “Ger­hart Haupt­mann” beziehen sich auf die Antholo­gie “Weber-Revolte 1844. Der schle­sis­che Weber­auf­s­tand im Spiegel der zeit­genös­sis­chen Pub­lizis­tik und Lit­er­atur. Hrsg. von Lutz Kro­neberg und Rolf Schloesser. Köln: infor­ma­tion­s­presse c.w. leske, iLv Leske Repub­lik, 1979ff., teils mit ken­ntlich gemachten Aktu­al­isierun­gen aus den Jahren 2007/2008.

Das Bild­ma­te­r­ial unter “Spuren-Diashow” deutet an, in welcher verblüf­fenden Authen­tiz­ität sich die his­torischen Plätze des schle­sis­chen Weber­auf­s­tandes heute darstellen. Über den Link “Web­cam Bielawa” kann ein Blick vom heuti­gen Rathaus der Stadt Bielawa auf den Hauptschau­platz der Weber-Revolte 1844 gewor­fen wer­den. Denn dieses Rathaus war 1844 das Kon­torge­bäude der Gebrüder Dierig, und auf dem Platz ließen 11 Per­so­nen ihr Leben, als preußis­ches Mil­itär die Ord­nung wieder her­stellen wollte. Die Details finden sich in der Rubrik “Presse nach der Revolte”.

Keiner der frühen deutschen Arbeit­er­auf­stände, die seit 1820 aus Protest gegen die Fol­gen der begin­nen­den Indus­tri­al­isierung auf­flammten, hat in der dama­li­gen Öffentlichkeit solches Auf­se­hen erregt wie die Weber-Revolte von 1844. Was andere, kaum weniger entsch­iedene Aktio­nen nicht ver­mocht hat­ten, wurde durch das spon­tane Auf­begehren der schle­sis­chen Weber gegen ihre materielle Not erre­icht: eine erst­mals breit ein­set­zende, von einer kom­men­tier­freudi­gen Presse unter­stützte Diskus­sion um die immer dringlicher wer­dende soziale Frage. In diesem entschei­den­den Impuls liegt die eigentliche Bedeu­tung der Weber-Revolte. Zwar blieb ihr ein greif­barer Erfolg ver­sagt, aber sie beschle­u­nigte den Prozeß der sozialen The­o­riefind­ung, indem sie zum Anlaß wird, das sich her­aus­bildende Sozial­be­wußt­sein sprach­lich zu erfassen. (Klap­pen­text Weber-Revolte 1844, hrsg. von Kroneberg/Schloesser, 1979)