logo
Textilien 1800-2000
Weberaufstand 1844
Vor der Revolte
Alexander Schneer
Presse vor Revolte
Literatur vor Revolt
Wilhelm Wolff
Gerichtsakten
Presse nach Revolte
Carl Wilhelm Hübner
Weber-Literatur
Forschungsstand
Spuren-Diashow
Die soziale Frage
Textilmuseum Bocholt
Gerhart Hauptmann
Aldi, KiK, Lidl u.a.
Bangladesch
China
Interessante Links
Kontakt
So finden Sie uns
Impressum
Sitemap

Lutz Kroneberg

Weberaufstand in Schlesien

Vom 3. bis 6. Juni 1844 revoltieren die schlesischen Weber in Langenbielau und Peterswaldau. Bis heute ist das umfangreiche zeitgenössische Aktenmaterial zum Aufstand nicht vollständig ausgewertet, insbesondere das umfangreiche Material den Prozess gegen die aufständischen Weber betreffend. Derzeit werden die Akten transkribiert und anschließend auf dieser Homepage unter der Rubrik "Gerichtsakten" veröffentlicht. Damit ist nicht vor Ende 2012 zu rechnen. Die Rubriken "Weberaufstand 1844" und "Gerhart Hauptmann" beziehen sich auf die Anthologie "Weber-Revolte 1844. Der schlesische Weberaufstand im Spiegel der zeitgenössischen Publizistik und Literatur. Hrsg. von Lutz Kroneberg und Rolf Schloesser. Köln: informationspresse c.w. leske, iLv Leske Republik, 1979ff., teils mit kenntlich gemachten Aktualisierungen aus den Jahren 2007/2008.  

Das Bildmaterial unter "Spuren-Diashow" deutet an, in welcher verblüffenden Authentizität sich die historischen Plätze des schlesischen Weberaufstandes heute darstellen.  Über den Link "Webcam Bielawa" kann ein Blick vom heutigen Rathaus der Stadt Bielawa auf den Hauptschauplatz der Weber-Revolte 1844 geworfen werden. Denn dieses Rathaus war 1844 das Kontorgebäude der Gebrüder Dierig, und auf dem Platz ließen 11 Personen ihr Leben, als preußisches Militär die Ordnung wieder herstellen wollte. Die Details finden sich in der Rubrik "Presse nach der Revolte". 

 

Keiner der frühen deutschen Arbeiteraufstände, die seit 1820 aus Protest gegen die Folgen der beginnenden Industrialisierung aufflammten, hat in der damaligen Öffentlichkeit solches Aufsehen erregt wie die Weber-Revolte von 1844. Was andere, kaum weniger entschiedene Aktionen nicht vermocht hatten, wurde durch das spontane Aufbegehren der schlesischen Weber gegen ihre materielle Not erreicht: eine erstmals breit einsetzende, von einer kommentierfreudigen Presse unterstützte Diskussion um die immer dringlicher werdende soziale Frage. In diesem entscheidenden Impuls liegt die eigentliche Bedeutung der Weber-Revolte. Zwar blieb ihr ein greifbarer Erfolg versagt, aber sie beschleunigte den Prozeß der sozialen Theoriefindung, indem sie zum Anlaß wird, das sich herausbildende Sozialbewußtsein sprachlich zu erfassen. (Klappentext Weber-Revolte 1844, hrsg. von Kroneberg/Schloesser, 1979)